Sielower 42. Reitturnier war ein voller Erfolg

Überraschungssieg beim Sielower Pfingstturnier

Tausende Zuschauer bejubelten Herzschlagfinale beim Großen Preis der Springreiter

Cottbus Es war eine traumhafte Kulisse, vor der am Pfingstsonntag einige Tausend Reitsportbegeisterte Springsport der Spitzenklasse bewundern konnten. Ein Finale, bei dem Besucher, Sponsoren und Reiter am Ende versprachen: „Nächstes Jahr kommen wir wieder.“

 

42. Pfingstturnier im Sielower Reitstadion 42. Pfingst-Reit-und Springturnier im Sielower Reitstadion: Zwei-Phasen-Springprüfung Klasse S am Samstagnachmittag Foto: Michael Helbig/mih1 Es war der Tag der Profisportler. Schon, als vormittags um den Preis des Medienhauses LAUSITZER RUNDSCHAU gekämpft wurde, zeigte sich, dass Parcourschef Ralf Stehr heute einige knifflige Hindernisfolgen aufgebaut hatte, die selbst erfahrene Sportler vor einige Herausforderungen stellte. Jana Mönnekes und Steffen Land (beide Cottbus) schafften es ebenso wenig ins Finale wie Hagen Ridzkowski (Forst Eulo) und Dirk Fechner (Guben). Den Sieg im Punktespringen der Klasse M** holte schließlich Julia Weigand, die für den Stall von Holger Hecht (Dahlenburg) ins Rennen gegangen war.

Die zweite Abteilung des M-Springens gewann der international erfahrene Hilmar Meyer aus Niedersachsen auf dem schon mehrfach siegreichen Count-Down. Er nahm damit den Preis der Stadt Cottbus nach Hause und versprach: „Wir haben hier so tolle Bedingungen und ein wunderbares Publikum, da kommen wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder.“

Eine Ankündigung, die Oberbürgermeister Frank Szymanski, den Schirmherren des Turniers, besonders freute. „Es ist wichtig, dass diese Traditionsveranstaltung weiter besteht“, sagte er und bedankte sich bei Helfern und Veranstaltern für ihren Einsatz. Die drei Verantwortlichen, der Reitstallbesitzer Jan Grawunder, Autohauschef Hagen Ridzkowski, und Turnierorganisator Jürgen Kisker, versprachen denn auch gleich: „2013 machen wir weiter. Wir fangen bald mit der Organisation an und wollen noch eine Schippe drauflegen.“

Und dann gaben sie den Parcours frei für den Höhepunkt des Tages, die Springprüfung der Klasse S** um den Großen Preis der Sparkasse Spree-Neiße. Parcoursbauer Ralf Stehr, der für die vorangegangenen Wettkämpfe mit den oft jüngeren Pferden noch auf einfache Linienführungen gesetzt hatte, baute jetzt seine Hindernisse mit Raffinesse. „Natürlich gebe ich Pferden und Reitern zwischendurch ein wenig Luft zum Ausruhen“, erklärte er. „Aber wir haben eine Kombination mit zwei Oxern, eine Dreierkombination, die man auf gebogener Linie anreiten muss und einen Wassergraben, der nicht überbaut ist.“ Dessen Breite von 3,50 Metern können Pferde eigentlich mit einem einfachen Galoppsprung überwinden. Trotzdem scheuen sie oft vor den Reflexionen oder der Farbe des Wassers.

Reiten Sielow Freitag 42. Pfingstturnier im Sielower Reitstadion 42. Pfingstturnier im Sielower Reitstadion
Bilderstrecke Cottbus | 26.05.2012
42. Pfingstturnier in Sielow

Im Rennen sollte sich dann zeigen, dass etliche Favoriten genau an diesem Graben scheiterten. Steffen Krehl, der in den vergangenen Jahren zweimal das Rennen um den Großen Preis gewonnen hatte, schaffte es diesmal erst gar nicht ins Finale. Reiter wie Hilmar Meyer, Jörg Kreutzmann und Michael Kölz, die schon einige Siege im Turnier davongetragen hatten, retteten sich mit 0 Fehlern in die Siegerrunde und konnten sich gute Chancen auf den ersten Platz ausrechnen. Doch keiner von ihnen hatte mit zwei Außenseitern gerechnet.

Andre Stude, 29, vom Gestüt Elstertal, war seit zwölf Jahren zum ersten Mal wieder in Sielow. Mit „Fine Lady“, einer temperamentvollen Stute, in 37,55 Sekunden fehlerfrei. Ebenfalls zu Null ritt die erst 16-jährige Laura Strehmel mit „Letkiss“. Sie vertrat während des gesamten Turniers ihren Vater. Siegmar Ströhmer vom Landesgestüt Neustadt/Dosse konnte wegen eines Schlüsselbeinbruchs nicht reiten. Tochter Laura holte an allen drei Wettkampftagen mehrere Platzierungen und scheiterte im Finale letztlich nur an ihrer Zeit von 41,47, mit der sie auf dem dritten Platz landete.

Noch mehr Beifall als die Nachwuchsreiterin erkämpfte sich Ellen Pieper vom PSV Leisnig auf Landfee. Sie legte einen derart couragierten Ritt hin, dass sie den Parcours in einer sensationellen Zeit von nur 35,84 Sekunden bewältigte. Beim letzten Steilsprung berührte Landfee mit der Hinterhand eine Stange – Platz vier. Den zweiten Platz holte Jörg Kreutzmann auf Lacoer in 38,46 Sekunden. Turnierorganisator Jürgen Kisker, selbst erfolgreich in der schweren Klasse, war mehr als zufrieden. „Das war nicht nur einfach guter Sport, das war Spitzenklasse.“

 

(Artikel LR Online)

 

 

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